14. November ist Welt-Diabetestag

14. November ist Welt-Diabetestag
Alle zwei Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Diabetes, damit etwa 1000 Menschen pro Tag. Fast sieben Millionen Menschen sind derzeit in Deutschland an Diabetes erkrankt, 95 Prozent davon an Typ-2-Diabetes. Hinzu kommt nach Expertenschätzungen eine Dunkelziffer von ein bis zwei Millionen Menschen in Deutschland, die von ihrer Erkrankung noch nichts wissen. In Sachsen-Anhalt ist jeder 10. Sachsen-Anhalter an Diabetes erkrankt oder lebt mit einem hohen Risiko, daran zu erkranken. Darüber hinaus leben im „Land der Frühaufsteher“ im Bundesvergleich die meisten Menschen mit Neigung zu Übergewicht und Fettleibigkeit, sogenannter Adipositas. Das eine hat eben mit dem anderen zu tun. Der Welt-Diabetestag gibt besonders Anlass, auf das Thema aufmerksam zu machen.

Wenn wir nicht handeln, rollt ein Diabetes-Tsunami auf uns zu. Gerade das Thema „Herz und Diabetes“ zeigt, dass die Zuckerkrankheit selten allein auftritt und viele gesundheitliche Beschwerden nach sich ziehen kann. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Diabetes das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, stark erhöht. Dabei muss Diabetes kein Schicksalsschlag sein, der einfach hinzunehmen ist. Es ist vielmehr erforderlich, mittels einer Nationalen Diabetesstrategie das gesellschaftliche Bewusstsein zu mehr Bewegung sowie Muskel- und Fitnesstraining und ausgewogenem Essen zu schärfen. Es klingt einfach, fast banal, sagt aber viel darüber aus, worum es eigentlich geht. Durch bewussten Umgang mit Nahrung und mehr körperliche Bewegung kann jeder für sich das Erkrankungsrisiko reduzieren. Es gilt das alte Sprichwort: „Wer rastet, der rostet. Ich setze  mich für konkrete Programme in Sachsen-Anhalt ein und fordert auf Bundesebene, endlich einen Nationalen Diabetesplan zu verabschieden. Wir haben gerade bei Diabetes kein Erkenntnis-, sondern Umsetzungsproblem. Wir brauchen einen Nationalen Diabetesplan als ganzheitlichen Ansatz, um die Krankheit gesellschaftlich in den Griff zu bekommen. Hintergrund Der Weltdiabetestag wird seit 1991 als ein Tag der Internationalen Diabetes-Föderation (International Diabetes Federation, IDF) und der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) durchgeführt. Man hat den 14. November ausgewählt, da an diesem Tag Frederick G. Banting geboren wurde, der gemeinsam mit Charles Herbert Best 1921 das lebenswichtige Insulin entdeckte. Ca. 95 % der Betroffenen leiden an Typ 2 Diabetes, ca. 5 % an Typ 1, von einer weitaus höheren Dunkelziffer ist auszugehen. Im Bereich der Erkrankung Diabetes verzeichnen wir einen Anstieg um 38 % seit 1998. Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen oder Amputationen sind schwerwiegend. Die durchschnittlichen Kosten der Versorgung eines Diabetes mellitus ist bereits jetzt von 4,9 Mrd. Euro 2002 auf 6,3 Mrd. Euro gestiegen, neuere Zahlen liegen deutlich höher. Die CDU/CSU-Bundestagfraktion hat deswegen die Umsetzung eines Nationalen Diabetesplans gefordert.