Bei den Rahmenbedingungen für Heilmittelerbringer muss nachgeschärft werden

Fast jeder braucht im Leben einen Physiotherapeuten - ob nach einer Operation, Sportverletzung oder aufgrund von Haltungsschäden etwa durch Bildschirmarbeit. Doch es fehlen absehbar die Fachleute, auf die so viele Menschen angewiesen sind. Es braucht bessere Rahmenbedingungen und Anreize für die Berufsausübung als Therapeut. Dazu sprach ich mit dem Bundesvorsitzenden des Verbandes Physikalische Therapie VPT e.V., Karl-Heinz Kellermann, in der Landesgeschäftsstelle des Berufsverbandes in Magdeburg.

Die Situation der Physiotherapeuten und anderer Heilmittelerbringer muss schnell verbessert werden. Zum einen betrifft das die Vergütung, die leistungsgerechter werden muss. In der Ausbildung kann es nicht sein, dass nach wie vor hohe Schulgelder entrichtet werden müssen. Genauso müssen wir den Heilmittelerbringern endlich mehr Verantwortung und Entscheidungskompetenz in der Versorgung zugestehen. Nicht zuletzt halte ich es für unverzichtbar, dass sie an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen werden, denn der Austausch zwischen den Leistungserbringern wird immer wichtiger.

Mit seinem Eckpunktepapier hat Gesundheitsminister Jens Spahn sinnvolle Maßnahmen für spürbare Verbesserungen in Aussicht gestellt. Ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass diese Maßnahmen auch hier vor Ort in Magdeburg und Umgebung möglichst schnell zu ganz konkreten Entlastungen führen.

Der VPT-Landes- und Bundesvorsitzende, Karl-Heinz Kellermann, zeigte sich über den konstruktive Austausch erfreut:

„Unsere regelmäßigen Gespräche zeigen, dass sich der offene und ehrliche Austausch über Probleme in der Gesundheitsversorgung lohnt – denn wir sind uns einig, bei den Rahmenbedingungen für Heilmittelerbringer muss deutlich nachgebessert werden. Der Handlungsbedarf ist groß: von der kostenfreien Ausbildung, über ein neues Berufsgesetz, über die angemessene Vergütung bis hin zur Frage des Direktzugangs für Patienten auch im GKV Bereich zu physiotherapeutischen Leistungen. Auch ab 2020 darf es keine Grundlohnsummenanbindung für unsere Gebührenverhandlungen mehr geben. Wir werden diesen Dialog auch zukünftig fortsetzen.“

Für das Eckpunktepapier hier klicken