Exklusivverträge bei Impfstoffen können Versorgung gefährden

Trotz der schwersten Grippewelle seit 17 Jahren führen einige Krankenkassen ihre riskante Praxis der Exklusivverträge für die Impfstoffversorgung faktisch fort, indem sie Festpreisverträge mit oft nur einem Hersteller schließen. Entgegen dem klaren Willen des Gesetzgebers gehen die Kassen damit leichtfertig das Risiko von Lieferengpässen ein.

Seit Jahren ist bekannt, dass exklusive Verträge für die Impfstoffversorgung völlig ungeeignet sind: Sie bergen ein hohes Ausfallrisiko, sollte der betreffende Hersteller nicht liefern können. Das ist in der Vergangenheit mehrfach geschehen, denn die aufwändige Produktion von Impfstoffen benötigt Vorlauf. Sie ist kurzfristig – beispielsweise während einer Grippesaison – kaum noch möglich. Ich fordere die gesetzlichen Krankenkassen auf, von exklusiven Impfstoffverträgen Abstand zu nehmen. Angesichts der soliden Finanzlage der Gesetzlichen Krankenkassen besteht keine Veranlassung, den kritischen Bereich der Impfstoffversorgung aus kurzfristigen Kostenerwägungen heraus zu gefährden.