TI & NFC: Klarheit für Ärzte und Versicherte

Während Versicherte künftig kontaktlos per NFC auf ihre Gesundheitsdaten zugreifen werden, gibt es beim TI-Rollout noch dringenden gesetzgeberischen Klarstellungsbedarf.

Aktuell gibt es einen Entwurf des BMG für ein „Gesetz zur Ausstattung der elektronischen Gesundheitskarte mit kontaktloser Schnittstelle“.

So selbstverständlich, wie wir an der Kasse im Supermarkt sicher und kontaktlos per Karte zahlen, sollte es auch möglich sein, die eigenen Gesundheitsdaten per Smartphone von der Versichertenkarte auszulesen. Damit werden wir modernen Nutzungsgewohnheiten gerecht. Entscheidend wird aber sein, dass diese Zugriffsmöglichkeit schnell allen Versicherten – egal bei welcher Kasse – zugänglich wird.

Weil die Konnektoren-Hersteller nicht zügig genug liefern können, drohen vielen Ärzten ab dem 1. Januar 2019 finanzielle Sanktionen, obwohl sie keine Schuld trifft.

Aus diesem Grund wäre eine zeitnahe Fristverlängerung eine sinnvolle Lösung. Dabei sollte künftig der Zeitpunkt der Bestellung für die Fristeinhaltung ausschlaggebend sein, und nicht erst der Moment der Inbetriebnahme. So würden Ärzte vor unverschuldeten Sanktionen geschützt und der Druck auf die Industrie erhöht – denn wer einen Konnektor anbietet, muss ihn auch liefern.

Hintergrund:

  • Der Referentenentwurf für das o.g. Gesetz sieht eine Verpflichtung der Kassen zur Ausgabe von eGK‘s mit einer kontaktlosen Schnittstelle ab dem 1.12.19 vor.
  • Arztpraxen, die sich mit Verzögerung an die TI anschließen, werden ab dem 1.1.19 gemäß E-HealthG finanziell sanktioniert.