Tino Sorge MdB zum Ende der Jamaika Sondierungen: „Regieren bedeutet, kompromissbereit gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.“

Nach dem Abbruch der Koalitionssondierungen durch eine Erklärung des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner ist die Regierungsbildung weiter ungewiss.

Ich bedaure sehr, dass nach wochenlangen Gesprächen die FDP einseitig die Gespräche abgebrochen hat. Dieses Vorgehen lässt den bitteren Beigeschmack aufkommen, dass der Wille zur gemeinsamen Regierungsverantwortung von Anfang an nicht vorhanden war.

Allen war vorher bewusst, dass auf Jamaika keine „Traumhochzeit“ gefeiert werden wird. Dennoch haben sich vier sehr unterschiedliche Parteien durch mühevolle Kompromisse gearbeitet und in vielen Bereichen Fortschritte erzielt, auch wenn dafür ein starkes Aufeinanderzugehen nötig war. Doch genau das macht Regierungspolitik aus, in Kompromissen gemeinsam staatspolitische Verantwortung zu übernehmen.

Die Wählerinnen und Wähler haben im September entschieden und erwarten zu Recht ein Ergebnis von der Politik und keine Neuwahlen, bis Einigen das Ergebnis passt. Daher hoffe ich, dass einzelne Selbstdarsteller aufhören, ihre Einzelinteressen zu verfolgen, sich vielmehr auf ihre Verantwortungen und den Wählerauftrag besinnen und an den Verhandlungstisch zurückkehren. Nur so kann die Bildung einer neuen Bundesregierung gelingen, die die Zukunftsherausforderungen für unser Land angeht.