Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Magdeburg

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Magdeburg

Beim Besuch des Vitanas Demenz Centrums am Schleinufer in Magdeburg vergangenen Donnerstag machte sich der Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe (CDU), selbst ein Bild von der Betreuung der Patienten. Angesichts von aktuell 1,4 Mio. Demenzkranken wird deutlich, dass die Pflege von Demenzpatienten ein Top-Thema unserer Zeit ist.

Die Vorsitzende der CDU Landesgruppe Sachsen-Anhalt, Heike Brehmer MdB (CDU), und der Magdeburger Wahlkreisabgeordnete Tino Sorge MdB (CDU) hatten den Minister nach Magdeburg eingeladen, um ihm das Demenz Centrum vorzustellen. Hier wird mit innovativen Wohn- und Therapiekonzepten auch bei stationärer Unterbringungen der Patienten ein Höchstmaß an Selbständigkeit für jeden Bewohner möglich gemacht.

Centrums-Leiterin Christel Dost sagte dazu: "Diese Generation hat unser Land nach dem Krieg wieder aufgebaut. Sie verdienen einen würdigen Lebensabend. Trotz nachlassendem Gedächtnis, sind viele Bewohner noch aktiv und wollen ihren Alltag selbst gestalten."

Jede Wohngruppe hat neun Bewohner und zwei Pflegekräfte. Sie verfügen über eigene Gemeinschaftsräume eine Küche und planen ihren Tag weitestgehend selbst. Ergotherapie, Kochen, Spielen, Lesen und Gartenarbeit stehen auf dem Programm. Das Demenz Centrum verfügt über einen Zahnarzt, Friseur, Kosmetiksalon und ein Café, so dass die Menschen ihre Alltagsfähigkeiten erhalten. Regelmäßig wird gekegelt und es finden Lesungen und Musikdarbietungen statt. Gleichzeitig kommen Generationen in Kontakt miteinander. Kinder aus nahegelegenen Kitas kommen zum gemeinsamen Spielen mit den Bewohnern. Zusätzlich wird durch Fachtagungen und öffentliche Veranstaltungen im Centrum über die Themen Demenz und Pflege informiert.

Gesundheitsminister Gröhe zeigte sich beeindruckt: "Das Haus ist nicht nur in Magdeburg zentral gelegen, sondern geht mit Demenz in der Mitte der Gesellschaft offen um. Bewohner und Besucher kommen regelmäßig in Kontakt miteinander. So bleiben die Betroffenen mit ihrem Schicksal nicht allein. Als Minister freue ich mich besonders über die Kinder, die hier spielen. Das zeigt mir, wie die Generationen sich gegenseitig stärken können."

Tino Sorge, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, sagte: "Wir müssen uns fragen, was uns als Gesellschaft die Pflege wert ist. Pflegekräfte und besonders pflegende Angehörige leisten Unglaubliches. Deshalb ist es mir wichtig, die Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Fachkräfte zu verbessern, um die Arbeit attraktiver zu machen. Angehörige müssen bei der häuslichen Pflege entlastet und der barrierefreie Wohnungsausbau stärker unterstützt werden. Pflege ist für viele eine Berufung und muss mehr Wertschätzung erfahren. Dies sollten die Bedingungen in der Pflege auch besser widerspiegeln."

Diesen Herausforderungen gilt es auf allen politischen Ebenen anzupacken. Sven Schulze, Spitzenkandidat der CDU-Sachsen-Anhalts für die Europawahl, sieht durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit eine Möglichkeit den Fachkräftebedarf durch Zuwanderung aus EU-Ländern zu decken: "Die bessere Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen und mehr Unterstützung bei der Integration würden dringend benötigten Pflegekräften den Weg nach Deutschland erleichtern." Die Länder und Kommunen können hier ebenfalls beitragen. Durch Pflegeforschung und Bereitstellung kommunaler Immobilien sowie Bauland für neue Einrichtungen, bemerkte Wigbert Schwenke MdL, Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Fraktionsvorsitzender der CDU/BfM im Stadtrat Magdeburgs.

Einig war man sich in der Anerkennung für die Leistungen des Demenz Centrums Magdeburg, die Demenzpatienten hervorragend zu versorgen.

Beim Besuch des Demenzzentrums konnte Tino Sorge auch Wolfgang Müller, dem ältesten Sachsen-Anhalter nachträglich zum 107. Geburtstag gratulieren. Das Buch "Der 100Jährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" mit persönlicher Widmung fand sofort sein Interesse.