Fachforum diskutiert das Heil- und Hilfsmittelgesetz in Magdeburg

Fachforum diskutiert das Heil- und Hilfsmittelgesetz in Magdeburg
Bild: Landesgruppenvorsitzender Verband Physikalische Therapie (VPT), Karl-Heinz Kellermann, Dr. Roy Kühne MdB, MOT-Geschäftsführer Jörg Heinecke, Tino Sorge MdB, stellv. Landesgruppenvorsitzende VPT Sabine Reichert (v.l.n.r.) Jeder zweite Mensch in Deutschland ist auf Heil- und Hilfsmittel angewiesen. Egal ob Brille, Kompressionsstrümpfe oder Schuheinlagen, bis hin zu Rollstühlen und Hörgeräten, der Bedarf ist so vielseitig wie die Angebote. Die Leistungen von Heilmittelerbringern wie Physiotherapeuten, Ergo- oder Sprachtherapeuten werden immer stärker in Anspruch genommen. Für die Patienten und Gesundheitsdienstleister müssen moderne Rahmenbedingungen geschaffen werden. Deswegen diskutiert der Deutschen Bundestag aktuell das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz, kurz HHVG. Um die Auswirkungen und Detailregelungen des Gesetzes mit allen Akteuren zu besprechen, die von den Änderungen betroffen sein werden, lud Tino Sorge, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestags zusammen mit dem Geschäftsführer des MOT-Sanitätshauses Magdeburg, Jörg Heinecke und der Landes- und Bundesorthopädie-Technik-Innung zu einem Fachforum in die Landeshauptstadt ein. Der Bundestagskollege Dr. Roy Kühne, Berichterstatter für Heil- und Hilfsmittel der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ergänzte die Runde. Wir wollen in diesem Bereich eine hohe Qualität, sowohl beim Fachpersonal als auch in der Therapie, im Sinne der Patienten erhalten und ausbauen. Das muss sich auch in der Vergütung widerspiegeln.Als Gesundheitspolitiker sind die praktischen Erfahrungen der Fachleute eine wertvolle Hilfe, um verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Gesundheit ist Vertrauenssache und dafür braucht es direkt vor Ort starke Sanitätshäuser, Gesundheitsdienstleister und Heilpraxen. Ich unterstütze gern die gesetzlichen Vorhaben im Sinne der Praxis und besonders im Interesse der Patientinnen und Patienten. Mit rund 60 Fachleuten gelang ein intensiver Austausch. Unter anderem wurde die geringe Wertschätzung der Arbeit von Heil- und Hilfsmittelerbringern angesprochen, die sich auch in der Vergütung ausdrückt. In Sachsen-Anhalt liegt der Stundenlohn im Schnitt unter 30 Euro, während andere Freiberufler und Handwerker mehr als das Doppelte erhalten. Zum Hintergrund: Heilmittel sind nach SGB 5 „persönlich zu erbringende, ärztlich verordnete medizinische Dienstleistungen, die nur von Angehörigen entsprechender Gesundheitsfachberufe geleistet werden“. Eine Konkretisierung erfolgt durch die Heilmittelrichtlinie des GBA. Danach gehören darunter die Maßnahmen der physikalischen und der podologischen, der Stimm-, Ergo-, Sprech- und Sprachtherapie. Das Hilfs- und Heilmittelgesetz aktuell beraten und soll Ende des Jahres im Bundestag verabschiedet werden.