Guter Kompromiss bei der Arzneimittelversorgung

 Guter Kompromiss bei der Arzneimittelversorgung
Am 9. März 2017 verabschiedete der Deutsche Bundestages das sogenannte Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetzes (AMVSG). Ziel des AMVSG war es, die Ergebnisse des Pharmadialogs umzusetzen. Ein Schwerpunkt lag  dabei auf der Sicherstellung einer ortsnahen und schnell verfügbaren Arzneimittelversorgung für die Patientinnen und Patienten. Gerade im Bereich der in den letzten Wochen viel diskutierten Lieferengpässe, z.B. von Antibiotika, haben wir gehandelt und eine Meldepflicht der Hersteller gesetzlich verankert. Arzneimittelhersteller sind künftig verpflichtet, drohende Engpässen an das Bundesgesundheitsministerium zu melden. Auch im Bereich individuell hergestellter onkologischer Spezialmedikamente (Zytostatika) wird es zukünftig Verbesserungen für die Patienten geben. Mit dem Wegfall der Ausschreibungen der Krankenkassen, können Patienten ortsnah und in Kooperation mit dem behandelnden Arzt, ihre Medikamente zukünftig über den „Apotheker des Vertrauens“ vor Ort direkt beziehen. Das Gesetz sieht außerdem vor, dass Ausschreibungen bei Impfstoffen entfallen, um die Versorgung durch mehrere Anbieter im Markt zu gewährleisten. Hintergrund sind die vermehrt aufgetretenen Impfstoff-Lieferprobleme in den vergangenen Jahren, da im Rahmen der Ausschreibungen in der Regel nur ein Bieter den Zuschlag bekam. Mit der Aufhebung der Ausschreibungen bei Impfstoffen wollen wir Lieferengpässen vorbeugen und die Versorgung auf mehrere Anbieter verteilen. Es geht bei der Versorgung mit Impfstoffen nicht nur um individuellen Gesundheitsschutz, sondern um eine gesellschaftliche Verpflichtung, vermeidbare Erkrankungen zu verhindern.