Migranten lernen Deutsch und gründen Unternehmen

Migranten lernen Deutsch und gründen Unternehmen
Bild: Absolventen und Betreuer der Integrationsprojekte, in der Mitte Geschäftsführerin Elena Herrmann, Bundestagsabgeordneter Tino Sorge und Landtagsabgeordneter Tobias Krull
„Wir sehen den einzelnen Menschen und seine Potenziale an, nicht woher sie oder er kommt.“, sagt Geschäftsführerin Elena Herrmann von der ePlan consult GmbH über Ihre „Kunden“. Bis zu 60 Frauen und Männer aus Russland, Weißrussland, der Ukraine, aus Syrien, Afghanistan und Somalia lernen fleißig Deutsch, werden für den Arbeitsmarkt fit gemacht und erhalten praktische Hilfe bei einer Existenzgründung. Zum Start des neuen Integrationsprojektes „Existenzgründung-Migration-Integration“ informierte sich der Magdeburger Bundestagsabgeordnete Tino Sorge (CDU) vor Ort über die Erfolge und Hürden der Integrationsarbeit und stellt fest: „Wenn Menschen aus ihrer Heimat vor Krieg oder Verfolgung fliehen und bei uns Schutz suchen müssen, dann sollten sie die Zeit hier sinnvoll verbringen, am besten mit einer guten Ausbildung. Im Gespräch sagten die Kursteilnehmer mir, dass sie gern Tischler, Schweißer oder Elektriker werden wollen. Wenn die allermeisten von ihnen dann zurückkehren, können Sie helfen, ihr Land aufzubauen und sie bleiben Deutschland stets positiv verbunden.“ Doch nicht nur Asylsuchende werden hier betreut. Bereits seit 2014 vorrangig auch Menschen, die zum Teil schon Jahre in Magdeburg leben. Durch gezielte Förderung können inzwischen mehr als 60 Absolventen des städtischen Projektes „Integra-Plus“ in Mangelberufen arbeiten oder eigene Unternehmen führen. In den Jobcentern bliebe häufig nicht genug Zeit für eine passgenaue Beratung und Schulung. In den angebotenen Kursen würden hingegen vorhandene Fähigkeiten gezielt gefördert, Schwächen ausgeglichen und Hilfe bei Gründung oder Unternehmensnachfolge gegeben. Daraus sind unter anderem eine erfolgreiche Ballettschule, eine selbständige Floristin ein Feinkostgeschäft und verschiedene Handwerksunternehmen entstanden oder fortgeführt worden. „Mich freut dieser Mut zur Selbständigkeit der hier lebenden Migranten. Mit etwas Hilfe bauen sie sich mit Fleiß und Hingabe eine eigene Existenz für ihre Familien auf und stellen inzwischen auch Mitarbeiter ein. Unter den Teilnehmern traf ich auch eine ausgebildete Augenärztin, die wir hier dringend brauchen. Wir müssen einerseits zwischen Asylsuchenden und Einwanderern unterscheiden und andererseits darauf achten, die Integrationsfähigkeit unserer Gesellschaft nicht zu überfordern. Dank klarer Regeln für alle und gezielter Förderung können wir denjenigen, die wirklich Asylschutz genießen helfen. Gleichzeitig kann unsere Region von maßvoller und gesteuerter Einwanderung profitieren. Daher befürworte ich ein Einwanderungsgesetz, dass genau festlegt, wer zu uns kommen darf und wer nicht.", sagte Tino Sorge abschließend.
Bild: Ein Blick in die Sprachklassen