Planung des ‚Masterplans 2020‘ zur Reform des Medizinstudiums erreicht die heiße Phase

Planung des ‚Masterplans 2020‘ zur Reform des Medizinstudiums erreicht die heiße Phase
Anlässlich der abschließenden Klausurtagung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Reform des Medizinstudiums in Deutschland am 15. + 16. Februar 2016 muss jetzt die zeitnahe Umsetzung folgen.

Die Vorbereitungen waren langwierig und umfangreich. Jetzt kommt es darauf an, dass die vielen guten Vorschläge auch gemeinsam beschlossen und dann auch von den Bundesländern umgesetzt werden. Wir wollen eine stabile Ärzteversorgung auch auf dem Lande absichern, daher sollen Anreize für eine Tätigkeit als Allgemeinmediziner in der eigenen Praxis früher gesetzt und praxisnah vermittelt werden (Traineeprogramme, ambulantes Wahlquartal im Praktischen Jahr, Zwischenprüfung in Allgemeinmedizin etc.). Die Länder sind aufgefordert, an allen Medizinischen Fakultäten in Deutschland Lehrstühle für Allgemeinmedizin einzurichten, die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen ihren Beitrag leisten, um auch ausreichend Lehrpraxen zur Verfügung zu stellen. Die Arbeit als niedergelassener Vertrauensarzt muss mit dem gleichen Stellenwert vermittelt werden, wie die als Fach- oder Klinikarzt.

Im Rahmen des Versorgungsstrukturgesetzes wurden bereits 2015 Vorkehrungen getroffen, die aktuelle Verteilung der Ärzte besser auf regionale Anforderungen anzupassen, denn die Anzahl vor allem der Landärzte wird altersbedingt in den kommenden Jahren stark sinken. Als eine der Maßnahmen zur Behebung des Ärztemangels ist im Koalitionsvertrag daher eine Reform des Medizinstudiums vorgesehen.

Wir sind uns einig, dass es mehr Medizinstudienplätze ebenso geben muss wie die Modernisierung des Lehrkataloges. Zusätzliche Schwerpunkte sollen auf die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft, auf eHealth-Angebote, Volkskrankheiten und Praxis- und Mitarbeiterführung gelegt werden. Zudem muss bei der Zuweisung von Studienplätzen auf die Versorgungssituation eingegangen und durch eine Verpflichtungsoption eine bessere Verteilung der Ärzte erreicht werden. Kompetenzgerangel zwischen den Bundesländern dürfen kein Hemmschuh für ein erfolgreiches Medizinstudium sein, die Bundesländer müssen jetzt ihrer Verantwortung gerecht werden und nicht wahllos weitere Finanzmittel fordern.