Reform des Medizinstudiums in Deutschland dringend erforderlich – Ärzteversorgung nicht behindern!

Reform des Medizinstudiums in Deutschland dringend erforderlich – Ärzteversorgung nicht behindern!

Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka im Gespräch mit Tino Sorge MdB

Anlässlich der zunehmenden Engpässe in der Ärzteversorgung mahnt der direkt gewählte Magdeburger Bundestagsabgeordnete und Berichterstatter für Gesundheitsforschung und Gesundheitswirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Tino Sorge, eine Modernisierung der Ausbildungswege im Gesundheitsbereich an:

„Die angemessene Ärzteversorgung auch auf dem Lande muss in diesem Jahr das Top-Thema sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene sein. Die Medizinstudiengänge müssen entrümpelt und modernisiert werden, von Anfang muss die Vermittlung auch allgemeinmedizinischer Kompetenzen in der eigenen Praxis gefördert werden. Die Arbeit als niedergelassener Vertrauensarzt muss mit dem gleichen Stellenwert vermittelt werden wie die als Fach- oder Klinikarzt.“

 Im Rahmen des Versorgungsstrukturgesetzes werden Vorkehrungen getroffen, die aktuelle Verteilung der Ärzte besser auf regionale Anforderungen anzupassen. Die Anzahl vor allem der Landärzte wird altersbedingt in den kommenden Jahren stark sinken, ähnlich die der Fachärzte, vor allem der Augenärzte und Gynäkologen. Als eine der Maßnahmen zur Behebung des Ärztemangels ist im Koalitionsvertrag daher eine Reform des Medizinstudiums vorgesehen.

„Da sich Reformen im Hochschulsektor nur langfristig auswirken, müssen jetzt die richtigen Maßnahmen ergriffen werden. Ziel muss es sein, dass alle Hochschulen mit Medizin als Studienangebot auch Lehrstühle für Allgemeinmedizin sowie Pflichtpraxisanteile in Allgemeinpraxen beinhalten. Und bei der Zulassung zum Medizinstudium sollte von der Überbetonung starrer Noten abgewichen und mehr empathische und emotionale Fähigkeiten berücksichtigt werden. Wir brauchen eine höhere Wertschätzung für patientenorientierte Leistungen, die in typischen Hausarztpraxen erbracht werden. Nur weil jemand ein Abitur mit 1,0 besteht, wird er noch lange kein einfühlsamer und vertrauensvoller Arzt! Auch ist wichtig, dass föderale Besonderheiten hinten an stehen und sich die Bildungspolitik auf ein bundesweit modernes Studienangebot für angehende Mediziner einigt. Kompetenzgerangel zwischen den Bundesländern dürfen kein Hemmschuh für ein erfolgreiches Medizinstudium sein“, so Tino Sorge abschließend.