Rentenangleichung darf zukünftige Ost-Renten nicht verschlechtern

Rentenangleichung darf zukünftige Ost-Renten nicht verschlechtern

Die große Koalition hat auf ihrem „Rentengipfel“ einen Fahrplan zur Angleichung der Renten in Ost und West bis 2025 vorgelegt. Die geplante Angleichung der Renten in Ost und West ist ein richtiger Schritt und überfällig. Bezieher von Renten im Osten können sich bald über bis zu sieben Prozent mehr Rente freuen. Gleichzeit dürfen die zukünftigen Rentner im Osten durch die Angleichung nicht schlechter gestellt werden. Der geplante Wegfall des Höherwertungsfaktors bei der Rentenberechnung für Ostrenten ist bei der Angleichung des Rentenwertes ein versteckter Fallstrick, den wir bei aller Freude nicht übersehen dürfen. Zukünftige Rentner im Osten erwartet damit in wenigen Jahren sonst eine böse Überraschung. Denn in diesen Fällen droht im Osten ab 2025 nach der derzeitigen Rentenformel ein geringeres Rentenniveau, trotz der Angleichung der Rentenwerte. Das Abschmelzen der Höherwertung sollte daher nur Zug um Zug unter Berücksichtigung des steigenden Lohnniveaus erfolgen. Hintergrund: Aktuell entsteht bei gleichem Lohn in den neuen Ländern ein 15 Prozent höherer Rentenanspruch, die sogenannte „Hochwertung“. Die so erworbenen Rentenpunkte werden mit dem Rentenwert multipliziert. Dieser liegt im Osten bei 94 Prozent des Westens, nämlich 28,66 Euro Ost gegenüber 30,45 Euro West. Bei gleichem Entgelt erhält ein Ost- Rentner damit heute acht Prozent mehr Rente als im Westen, aber da das Lohnniveau im Osten nur bei 87 Prozent des Westens liegt, und damit trotz Höherwertung weniger Rentenpunkte „verdient“ werden, bleibt die tatsächliche Ost-Rente am Ende unter dem Westniveau. Die Angleichung der Rentenwerte und das gleichzeitige Abschmelzen der Hochwertung der Ostentgelte soll im Jahre 2025 abgeschlossen werden. Da das Lohnniveau bis dahin noch nicht ausgeglichen sein wird, sinkt danach die effektive Rente für Arbeitnehmer in Osten.