Tino Sorge im Gespräch mit dem Innenpolitiker Wolfgang Bosbach

Überraschendes und Bekanntes Tino Sorge im Gespräch mit dem Innenpolitiker Wolfgang Bosbach in der Sudenburger Feuerwache.

Im Rahmen meiner Veranstaltungsreihe „Tino Sorge im Gespräch…“ hatte ich den Innenpolitiker Wolfgang Bosbach (CDU) in der Feuerwache Sudenburg zu Gast. In der bis auf den letzten Platz voll besetzten Veranstaltung gingen wir der Frage nach, “Wo steht Deutschland 2017 – Ist die Demokratie in Deutschland gefestigt oder sind wir eine verunsicherte Gesellschaft?”.

Dabei wurden innen- und außenpolitische Herausforderungen diskutiert, von der Flüchtlingskrise 2015, dem Erstarken der populistischen Bewegungen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland, dem Brexit oder der Wahl Trumps zum amerikanischen Präsidenten sowie die immensen Herausforderungen in einer immer komplexeren Welt besprochen. Im kurzweiligen Gespräch betonten wir an diesem Abend, dass Probleme konkreter benannt und nicht schön geredet werden sollten. Nur dadurch sei es möglich, Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in unseren Rechtsstaat und politische Entscheidungen zu erhalten und wieder zu gewinnen.

Dazu gehöre auch eine gesellschaftliche Diskussion zur Leitkultur in Deutschland. Denn ohne klar zu benennen, welche politischen, religiösen und kulturellen Grundwerte unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben ausmachen, können wir auch den Menschen, die zu uns kommen, keine Orientierung geben.

Auch kitzelte ich im Gespräch mit Wolfgang Bosbach auch zahlreiche persönliche Anekdoten aus dem Menschen hinter dem Politiker, der zur nächsten Bundestagswahl nicht erneut kandidieren wird, heraus. So werde er nicht völliger „Politrentner“ werden, sondern sich unter anderem weiter in der Kommission „Innere Sicherheit“ in Nordrein-Westfalen engagieren und sagte dazu: „Ich kann mich auch gut für mein Land einsetzen, ohne Mandatsträger oder Minister zu sein. Ich freue mich auf mehr gemeinsame Zeit mit meiner Ehefrau und den Töchtern. Da habe ich viel nachzuholen, weil ich seit 20 Jahren mehrheitlich in Hotels übernachtet habe und selten zuhause war.“ Auch seinen schönsten Lustkauf der Vergangenheit verriet er dem Publikum: Einen gelben Opel Manta – „allerdings ohne Fuchsschwanz“, darauf lege er wert, so Bosbach.

Seiner Begeisterung für den Karneval oder im Fußballstadion – Bosbach ist langjähriges Mitglied im 1. FC Köln – möchte der bald 65-Jährige mehr Zeit widmen und ermutigte dabei die Zuhörer, sich gesellschaftlich in Vereinen, Verbänden oder der Politik zu engagieren. „Nur 2,8 Prozent der Deutschen sind Mitglied einer Partei. Inzwischen bin ich froh, dass sich überhaupt noch Menschen für ehrenamtliche Kommunalpolitik finden lassen. Kommen Sie von der Tribüne runter auf das Spielfeld und machen Sie mit.“, forderte er die Zuhörer auf.

Ich kann das nur unterstreichen! Eine gute Gelegenheit sich zu beteiligen, sind Parteien, Vereine und Verbände, aber auch die Bundestagswahl am 24. September. Bei hochsommerlichen Temperaturen fand der Abend im grünen Hof der Feuerwache seinen Ausklang bei vielen Gesprächen.