Wer soll uns mal pflegen?

Wer soll uns mal pflegen?

Auf Einladung des Magdeburger Bundestagsabgeordneten Tino Sorge trafen sich mehr als 70 Pflegeexperten aus der Region am vergangenen Dienstag im Pflegeheim "Haus Olvenstedt" der Wohnen und Pflegen gGmbH. Ehrengast und Hauptredner war der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Staatsekretär Karl-Josef Laumann. Die beiden Bundespolitiker stellten die Vorhaben zur Weiterentwicklung beruflicher Ausbildungsgänge vor, insbesondere von Kranken-, Alten- und Kinderpfleger(inne)n.

"Der Bedarf an Pflege in einer älter werdenden Gesellschaft wächst ständig.", sagte Staatsekretär Laumann und ergänzte: "Bereits jetzt arbeiten mehr als 700.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Pflegeberufen und jährlich brauchen wir etwa 25.000 zusätzliche Fachkräfte." Mit der Neugestaltung der Fachausbildung muss der Pflegeberuf attraktiver und professioneller werden, nur so würden Berufs- und Umschüler eine solche Ausbildung anstreben, forderte Laumann.

Als Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages ist Tino Sorge direkt an der Entscheidungsfindung beteiligt und sagt: "Mit dem Fachgespräch möchte ich die Pflegeprofis hier vor Ort bereits am Beginn des Gesetzgebungsverfahrens in den Prozess einbinden und deren Meinung dazu hören. Die anstehenden Änderungen sollen dabei besonders die Attraktivität des Pflegeberufs erhöhen, ausbildende Institutionen berücksichtigen und das völlig unangebrachte Schulgeld für Pflegeschüler abschaffen."

Eine stärkere Verbindung der bisher abgegrenzten Bereiche Alten- Kranken- und Kinderpflege wird Pflegeschülerinnen und Pflegeschülern einen flexibleren Berufsweg ermöglichen und breitere pflegerische Kenntnisse vermitteln. Durch den Austausch der Fachkräfte zwischen verschiedenen Einrichtungen während der Ausbildung können Arbeitgeber mehr angehende Fachkräfte kennenlernen und an sich binden während die Arbeitnehmer Einblicke in andere Bereiche des Gesundheitswesens erhalten. Ziel der Bemühungen ist es, die Fachkräfteversorgung in Pflegeeinrichtungen sichern zu helfen.

Vertreter von Pflegeinrichtungen, Kliniken, Krankenkassen, Bildungsstätten und Fachverbänden brachten unterschiedlichste Blickwinkel und Fragestellungen zum Thema ein. Es gibt Bedenken zur konkreten Umsetzung und den zu erwartenden Mehraufwand der ausbildenden Einrichtungen. Andere berichteten von erfolgreichen Modellversuchen und bejahten grundsätzlich die Vorhaben des Bundes. Einig waren sich alle Teilnehmer darin, dass Bundestag und Bundesregierung mit den Pflegestärkungsgesetzen und der neuen Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriffes bereits positive Meilensteine für die Pflege der Zukunft gesetzt haben. Auch dieses neue Gesetzesvorhaben zur Gestaltung der Pflegeberufe hat herausragende Bedeutung für die medizinische und pflegerische Versorgung in Deutschland.

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